Ein Fabelwesen der besonderen Art ist er, der Wolpertinger. Er trägt keine schwere Aufgabe, außer so zu sein wie er eben ist.
Ebenso ist die Erscheinung des Wolpertingers ein Vieles aus Vielem.
Er ist kein Hase, er ist kein Hirsch und auch kein Vogel, obwohl sein Aussehen dergleichen Tieren zu ähneln vermag.
So kommt er als echtes Unikat daher.
Es gibt gar viele wundersame Geschichten, wie man einen Wolpertinger zu Gesicht bekommen möge. So erzählt man sich, dass es einer jungen Frau bedarf, die bei Vollmond in den Wald gehen solle, um diesen überhaupt aufspüren zu können.
Ich wage zu behaupten, der Wolpertinger ist dem schönen Geschlecht durchaus zugetan. Er ist ein Genießer der Dinge des Lebens, die Spaß bringen. So hegt er eine Vorliebe nicht nur für die Damen, er erfreut sich zudem vor allem an Schabernack und Heiterkeit. Einen Freigeist könnte man ihn heißen.
Der Wolpertinger steckt voller Stolz und Abenteuerlust. Furchtlos zieht er zumeist des Nächtens umher und landet in so manch ungeahnter Situation. Geschuldet seiner Art, das Ernste nicht so ernst zu nehmen.
Das Gerücht geht um, der Wolpertinger lege gar Eier, wodurch er dem allseits bekannten „Osterhasen“ recht nahe kommen könne. Doch wage es nicht, ihn als Hasen zu bezeichnen, sonst könnte es dir passieren, dass du die Gänze seiner wilden Art zu spüren bekommst.
Gerüchte besagen, es bestände die Möglichkeit, einen zu fangen, doch bisher wurden sie nur als zusammengesetzte ausgestopfte Exemplare in Wirtsstuben aufgestellt, um die Zuagroasten zu dablecka.
Ob es mehr als nur einen Wolpertinger gibt oder sie gar in Gruppen leben, vermag ich derzeit nicht zu berichten… noch nicht.