Als Frau Holle schüttelt sie die Betten aus, bringt den Schnee, belohnt die Fleißigen mit Gold und bestraft die Faulen mit Pech. So kennen wir diese Märchengestalt aus unserer Kindheit. Eine alte freundliche Frau, die über Gut und Böse richtet.
Doch Sie ist so viel mehr! Sie ist ein uraltes Wesen und hat dementsprechend viele Namen erhalten.
Sie wurde verehrt noch bevor die Zeit wie wir sie kennen erschaffen wurde. Jahrhunderte, gar Jahrtausende huldigte man diesem Geschöpft, das Hell und Dunkel in sich trägt - über uns wacht und richtet. Sie, die Helle, die Lichte… die Verborgene, die Dunkle… die Holle und die Perchta. Zwei Seiten von einem Gesicht. Umwerfend Schön und grauenvoll hässlich ...
Sie ist eine Göttin aus der ersten Zeit, älter als die Erde, älter als das Sein. Wächterin der Prinzipien von Ursache und Wirkung sowie der Zyklen der Natur. Spinnerin des Schicksals. Zuständig für die Liebe, die Ehe und die Fruchtbarkeit. Eine Muttergöttin, die über das Leben wacht.
Doch horche auf was ich dir nun sage! Sie verkörpert Licht und Dunkelheit in sich wie kein anderes Wesen. Sie ist die Gerechte und somit auch die Strafende. Eine Naturgewalt, eine Kriegerin mit einer Macht die uns unbekannt ist.
Sie wacht über die Toten, die Lebenden und die Seelen derer die sich dazwischen befinden.
Sie ruft zur Wilden Jagd und befehligt ein Heer aus Wesen die nur durch einen wahrhaften Führer gebändigt werden können. Sie kommt nicht um zu erobern… sie kommt um den Kreislauf des Lebens auszuführen, um Gleichgewicht zu schaffen in der kosmischen Ordnung des Bewussten und Unbewussten.
Sie ist die Eine… die Wiederkehrende … die Hüterin der Schwelle zwischen den Welten.
Sie ist die Holle!