Zumeist unsichtbar leben sie mit und neben uns her.
Sie wohnen zwischen Wurzeln und Steinen, in Erdhöhlen oder an Wasserquellen. Manche von Ihnen wachen über auserkorene Höfe, Werkstätten und Ställe, ebnso Mühlen und Bergwerke. Zum Arbeiten sind sie sich nicht zu schade, so erledigen sie – wenn sie wohlgesonnen sind – die Aufgaben des Tageswerks zur Freude der Menschen.
Doch Wichtel sind keine Diener.
Sie folgen alten Regeln.
Ein Blick zu viel, ein Wort zu forsch, und sie ziehen weiter.
Ebenso Geschenke sind mit Vorsicht zu vergeben.
Kleidung kann als Zeichen gesehen werden, ihre Aufgabe sei erfüllt.
Und so verlassen sie den Ort.
Sie sind stolz. Und sie vergessen nichts.
Vereinbarungen, die einst getroffen wurden, gelten weiter, auch wenn der Mensch sich längst nicht mehr daran errinnert. Wird der Respekt gebrochen, wenden sie sich ab.
Dann bleibt Arbeit liegen, Tiere gehen ein und das Glück vergeht.
Sollte sich ein Wichtel zeigen, so ist er klein, etwa kniehoch, und äußerst flink.
Zwergenähnlich mit Bart und Mütze wurden sie gesichtet. Als Naturgeist kleiden sie sich mit Blättern und Moosen.
Gestaltenwandler sind sie ebenso. So erscheinen sie, wenn es ihnen beliebt, als Tier, Pflanze oder Stein.
Als Weihnachtswichtel haben sie globale Berühmtheit erlangt.
Doch ihr Ursprung liegt tiefer. Wichtel sind älter als jedes uns bekannte Fest.
Sie gehören zu einer Zeit und an einen Ort außerhalb der Zeit.
Im Grunde sind es freundliche Wesen, doch der Schabernack liegt in ihrer Natur.
Sie verstecken und necken. Sie sind ambivalent … so wie alle Wesen aus der Anderswelt.
Ich rate dir, sei ihrer Größe gewahr.
Sie sind weiße und alt.
Sie sind mächitg, auch wenn der äußere Eindruck täuschen mag.
Höre auf sie, wenn sie mit dir sprechen.
Die Wichtel kennen die geheimen Wege.
Horche auf
und folge ihnen … in die Anderswelt.