Hörst du ihn kommen? Das Läuten der Glocken und das Rasseln der schweren Ketten lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, noch bevor man in sein dämonisches Antlitz blickt. Der Krampus …
Mit seiner furchterregenden Fratze, zwei Hörnern auf dem Haupt und dem zotteligen Fell verbreitet er Angst und Schrecken. Manchmal bleckt er gar seine lange rote Zunge heraus. An seinem Gürtel hängen Glocken mit tiefem Klang und in der einen Hand hält er eine Rute, in der anderen eine Eisenkette. Bekannt ist auch der Sack oder ein Korb auf dem Rücken, um die „Unartigen“ zu „verschleppen“ und sie zu den anderen zu bringen – zumindest der Legende nach.
Der Krampus geht auf vorchristliche Zeiten zurück. Seine Wurzeln liegen in den heidnischen Bräuchen, noch bevor er mit dem Nikolaus in Verbindung gebracht wurde. Damals verehrten die Menschen Naturgeister und Dämonen, die sowohl schützen als auch bestrafen konnten. Außerdem war er bei der "Wilden Jagd" dabei. Ein unheimlicher Geisterzug, der durch den Nachthimmel reitet … angeführt von Perchta… die Frau Holle. Sie jagen mit der Sonnenwende durch die Zeit, um die Dunkelheit zu vertreiben.
So ist der Krampus weder ein Dämon noch ein Teufel. Er ist auch nicht böse, vielmehr ist er ein Teil des großen Ganzen und gar dafür Zuständig das Gute zu bringen… denn „böse“ Geister vertreibt man am Besten indem man sie selbst erschreckt!
Für mich ist der Krampus ein Beschützer und ein Freund. Ein Wesen aus einer anderen Zeit… aus einer anderen Welt … oder doch nicht?