Ruhelose Leichname, die den Weg ins Reich der Verstorbenen nicht finden wollen.
Einst waren es Menschen, die nach dem Ableben nicht mit ihrem Leben abzuschließen vermochten.
Macht und Rache ist das Gift, dass sie durchdringt. Gierig halten sie daran fest unfähig ihr irdisches Dasein loszulassen.
Wurde die letzte Ruhestätte des großen Kriegers mit seinem Schmuck und erbeuteten Reichtümern gefüllt, so entstehe dem Verstorbenen der Drang seine Besitztümer gar nach dem Leben noch zu verteidigen.
Sie sind keine körperlosen Geister, denn im Gegensatz dazu ist ihr Sein an die fauligen Überreste gebunden. Ihre fleischlichen Körper sind bereits am Verwesen, die Haut verfärbt, das Blut des Lebens entronnen.
Bewaffnet und in ihrer alten Rüstung gekleidet, ziehen sie umher in der Nacht, suchend nach dem Kampf, der ihrem verdorbenen Wesen das selbst auferlegte Schicksal befiehlt.
Der verwesende Geruch, der ihrem fleischlichen Rest entsteigt, hüllt den Ort ihres Umhertreibens ein. Fetzen von altem Fleisch hängen an ihrem Gerippe. Die Haut eingefallenen und gerissen.
Die Draugr, wie sie in den nordischen Mythen gennant werden, sind keine willenlosen Zombies und erst Recht keine Naturwesen. Es waren einst Menschen … doch nun sind sie Gefangene ihrer selbst.
Solltest du ihnen begegnen, so ist mein guter Rat, verschwinde so schnell du kannst.
Ein Kampf vermag dich nur deine Lebenskraft zu kosten oder schlimmeres.
Bekannt ist, ihnen durch Köpfung her zu werden, doch dafür musst du ihnen erst das verrostete Schwert aus den klauenartigen Fingern entreißen.
Lauf, solange du noch kannst.